Verfolgungspfad
Inkontinenz bei Männern
- Gibt es auch eine Inkontinenz bei Männern?
- Können auch Männer genau so effektiv behandelt werden wie Frauen?
- Ist eine Erektionsschwäche vermeidbar?
- Welche Rolle spielt die Prostata im Hinblick auf eine Harninkontinenz?
- Was ist der PSA-Wert?
- Wirken Kürbiskerne bei Prostatavergrößerung?
- Gibt es auch eine Inkontinenz bei Männern?
Bei über 70-Jährigen sind Männer fast genau so häufig von Inkontinenz betroffen, wie Frauen. Besondere Risikogruppen sind Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, Schlaganfall oder Multiple Sklerose, Diabetiker oder Patienten, die z. B. wegen einer Krebserkrankung im Unterleib operiert werden mussten. Dazu gehören Prostatakrebs, Darmkrebs oder Harnblasenkrebs. Für den Mann typisch sind die überaktive Blase oder aber – nach Operationen – auch eine Belastungsinkontinenz wie sie eigentlich die klassische Inkontinenzform der Frau darstellt.
- Können auch Männer genau so effektiv behandelt werden wie Frauen?
Selbstverständlich. Die überaktive Blase wird in aller Regel medikamentös behandelt. In hartnäckigen Fällen kann auch heutzutage Botulinumtoxin in den Harnblasenmuskel injiziert werden. Die Belastungsinkontinenz des Mannes nach Operationen wird mit Beckenbodengymnastik, Elektrostimulationen und Gewichtsreduktion therapiert. Operativ kann auch eine Schließmuskelunterspritzung oder auch das Einsetzen eines spannungsfreien Bandes wie bei der Frau vorgenommen werden.
- Ist eine Erektionsschwäche vermeidbar?
Eine Erektionsschwäche des Mannes oder erektile Dysfunktion ist heute in den meisten Fällen exzellent behandelbar. Nach bestimmten Untersuchungen (Blutuntersuchung zum Ausschluss eines Hormonmangels, Ultraschall, Durchblutungstestung) wird in aller Regel ein medikamentöser Test durchgeführt, wobei Substanzen aus der „Viagra“-Reihe gegeben werden. Ist damit eine ausreichende Erektion zu erzielen, wird ein solches Medikament auch weiter therapeutisch eingesetzt. Lässt sich auch mit hoher Dosierung eines solchen so genannten PDE 5-Hemmers keine Erektion erzielen, sind weitergehende Tests erforderlich. Dazu werden verschiedene Substanzen in den Schwellkörper des Penis eingebracht, um das Reaktionsvermögen des Schwellkörpergewebes zu testen.
- Welche Rolle spielt die Prostata im Hinblick auf eine Harninkontinenz?
Die Prostata des Mannes unterliegt einem Größenwachstum in den „Wechseljahren des Mannes“. Die gutartige Prostatavergrößerung führt zu einer Einengung des Blasenausganges, was zu einer überaktiven Blase oder aber einer Blasenentleerungsstörung führen kann. Somit kann die Prostatavergrößerung Auslöser einer Harninkontinenz bzw. einer Blasenentleerungsstörung sein.
- Was ist der PSA-Wert?
Der PSA-Wert wird im Blut bestimmt. Es handelt sich um das „prostataspezifische Antigen“. Diese Eiweißsubstanz sagt aus, ob „etwas“ in der Prostata vor sich geht. Dazu gehören die Prostataentzündung, ein Prostataabszess oder aber auch eine Krebserkrankung. Deswegen wird der PSA-Wert in der Vorsorge bestimmt. Bei einem erhöhten PSA-Wert (als Grenzwert ist in aller Regel 4 ng/ml anzusetzen) sind häufig weitergehende diagnostische Maßnahmen erforderlich.
- Wirken Kürbiskerne bei Prostatavergrößerung?
Tatsächlich gehört der Wirkstoff aus dem Kürbiskern zu den Substanzen, die sich günstig auf eine gutartige Prostatavergrößerung auswirken. Sie gehören zur Gruppe der so genannten „Phytotherapeutika“, die auf die Prostata abschwellend, entspannend, reizlindernd wirken. Hier sind frei verkäuflich Wirkstoffe aus dem Kürbiskern, aus Roggenpollenextrakt, Sägepalmfrüchten und Brennesselzubereitungen erhältlich. Aber auch chemisch definierte Medikamente können nebenwirkungsarm die Prostata entspannen und damit einen besseren Harnfluss ermöglichen. Sie gehören zu den so ge-nannten „Alphablockern“ und wirken auf die unwillkürlichen Muskelzellen des Blasenausganges ein. Welches Medikament im Einzelnen in Frage kommt oder sinnvoll ist, dazu rät der behandelnde Arzt anhand seiner Untersuchungsergebnisse (Prostatatastbefund, Ultraschall, Restharn, PSA-Wert).